Übung Vegetationsbrand im Stadtwald
Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, beschäftigte sich die Feuerwehr Bad Tölz im Rahmen einer Übung intensiv mit dem Thema Vegetationsbrandbekämpfung. Angenommen wurde ein rund 5.000 Quadratmeter großer Waldbrand im Bad Tölzer Stadtwald.
Als erstes Fahrzeug rückte der Einsatzleitwagen (Florian Tölz 12/1) mit drei Einsatzkräften zur Erkundung aus. Direkt im Anschluss fuhr das Löschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 41/1) mit neun Kameradinnen und Kameraden die angenommene Einsatzstelle an. Dort wurde unmittelbar mit der Brandbekämpfung begonnen. Zum Einsatz kamen spezielle Waldbrandkörbe mit zwei D-Rohren, Feuerpatschen und Rucksackspritzen. Gerade in der Anfangsphase eines Vegetationsbrandes ist es wichtig, mit den vorhandenen Wasservorräten gezielt und sparsam umzugehen, bis eine ausreichende und dauerhafte Löschwasserversorgung aufgebaut werden kann.
Parallel dazu brachte das Tanklöschfahrzeug (Florian Tölz 23/1) mit seiner Besatzung einen 5.000 Liter fassenden Faltbehälter zur Einsatzstelle und füllte diesen zunächst auf. Das Löschgruppenfahrzeug konnte die ersten Maßnahmen aus seinem eigenen Wassertank durchführen und anschließend ohne Unterbrechung aus dem Faltbehälter versorgt werden. Das Tanklöschfahrzeug übernahm daraufhin den Pendelverkehr und führte weiteres Löschwasser zur Einsatzstelle nach.
Gleichzeitig verlegte das Löschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 48/1) mit seiner Besatzung über eine Strecke von mehr als 500 Metern eine Schlauchleitung durch den Wald bis ins Gewerbegebiet Farchet. Dort wurde das Wasser aus einem Unterflurhydranten des Leitungsnetzes entnommen und so eine dauerhafte Wasserversorgung aufgebaut. Das Logistikfahrzeug (Florian Tölz 55/1) unterstützte mit seinem Personal die Löscharbeiten an der angenommenen Einsatzstelle und übernahm nach Ende der Schulungsübung gemeinsam mit den übrigen Kräften den Rückbau der umfangreichen Schlauchstrecke.
Die Übung zeigte einmal mehr, wie wichtig die regelmäßige Ausbildung im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung ist. Wald- und Flächenbrände rücken auch in unserer Region zunehmend in den Fokus und die Zahl entsprechender Einsätze ist in den vergangenen Jahren spürbar angestiegen. Häufig reichen bereits eine achtlos weggeworfene Zigarette, heiße Fahrzeugteile oder ein auf trockenem Gras abgestellter Pkw mit erhitztem Katalysator aus, um Brände auszulösen. Gleichzeitig können sich Vegetationsbrände insbesondere bei Trockenheit und Wind sehr schnell ausbreiten und in kurzer Zeit große Flächen erfassen. Umso wichtiger ist es, die dafür notwendigen Taktiken und Abläufe – von der Erstbekämpfung über den Pendelverkehr bis hin zum Aufbau einer gesicherten Wasserversorgung über lange Wegstrecken – regelmäßig zu trainieren.
Hinzu kommt, dass Vegetationsbrände für die Einsatzkräfte körperlich besonders anspruchsvoll sind. Hohe Temperaturen, unwegsames Gelände und lange Anmarschwege erschweren die Arbeiten erheblich. Gerade in Moorgebieten, an Steilhängen oder in bergigen Waldgebieten müssen Schläuche, Geräte und Löschwasser oftmals über größere Distanzen von Hand transportiert werden. Die Einsatzkräfte arbeiten dabei häufig über längere Zeit unter hoher körperlicher Belastung und tragen zusätzlich ihre persönliche Schutzausrüstung. Umso wichtiger ist es, auch diese besonderen Herausforderungen regelmäßig zu trainieren und die eigenen Grenzen sowie die Möglichkeiten der eingesetzten Taktiken und Geräte zu kennen.
Neben dem eigentlichen Übungsziel bot der Abend allen Beteiligten erneut die Möglichkeit, das Zusammenspiel der verschiedenen Fahrzeuge und Mannschaften zu festigen und wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall zu gewinnen.
Ein herzliches Dankeschön gilt Daniela und Martin für die Planung und Ausarbeitung der Übung. Sie hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht und erneut gezeigt, dass jede Übung dazu beiträgt, für den Ernstfall noch besser vorbereitet zu sein.