Gemeinschaftsübung im ehemaligen Alpamare fordert über 50 Einsatzkräfte
Die jährlich stattfindende Gemeinschaftsübung wird abwechselnd von einer der beiden Feuerwehren organisiert. In diesem Jahr lag die Ausrichtung bei der Feuerwehr Bad Tölz.
Als Übungsobjekt diente das seit 2015 leerstehende ehemalige Alpamare – ein Gebäude, das vielen Tölzern noch als Freizeitbad in Erinnerung ist, heute jedoch durch seinen baulichen Zustand völlig andere Herausforderungen mit sich bringt.
Die Wahl des Übungsobjekts kam dabei nicht von ungefähr.
Im vergangenen Jahr war die Feuerwehr bereits zu einem Brand in das ehemalige Alpamare alarmiert worden. Obwohl sich das Feuer damals schnell als klein herausstellte, sorgte die enorme Rauchentwicklung für äußerst schwierige Bedingungen. Zeitweise war unklar, ob sich noch Personen im Gebäude befanden, weshalb das komplette Objekt unter Atemschutz abgesucht werden musste.
Dieser Einsatz machte deutlich, welche besonderen Gefahren von dem weitläufigen und verwinkelten Gebäudekomplex ausgehen und bildete die Grundlage für das diesjährige Übungsszenario.
Angenommen wurde ein ausgedehntes Brandgeschehen im Kellerbereich des ehemaligen Freizeitbades. Drei Nebelmaschinen sorgten dabei für eine realistische und äußerst dichte Verrauchung des Gebäudes. Gleichzeitig galten zwölf Jugendliche als vermisst.
Acht Mimen sowie vier Übungspuppen stellten die zu rettenden Personen dar.
Der Einsatz wurde in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert.
Der Schwerpunkt lag auf dem Innenangriff unter der Leitung des Löschgruppenfahrzeugs (Florian Tölz 41/1). Insgesamt kamen zehn Atemschutztrupps der Feuerwehren Bad Tölz und Lenggries zur Menschenrettung und Brandbekämpfung zum Einsatz.
Einige Trupps mussten aufgrund der hohen Personalintensität des Szenarios mehrfach eingesetzt werden. Insgesamt waren damit 20 Atemschutzgeräteträger im Innenangriff tätig.
Die Bedingungen verlangten den Einsatzkräften aufgrund der starken Verrauchung, der völligen Dunkelheit sowie der verwinkelten und teilweise unübersichtlichen Kellerräume einiges ab. Gerade in einem Gebäude wie dem ehemaligen Alpamare ist eine gute Orientierung entscheidend, um vermisste Personen schnell zu finden und den Eigenschutz jederzeit sicherzustellen.
Parallel koordinierte die Besatzung des Einsatzleitwagens (Florian Tölz 12/1) den umfangreichen Funkverkehr und unterstützte die Einsatzleitung bei der Führung der zahlreichen eingesetzten Kräfte.
Im Außenbereich übernahm die Drehleiter (Florian Tölz 30/1) die Abschirmung der angrenzenden Gebäudeteile mit dem Wenderohr, um eine Brandausbreitung zu verhindern.
Gleichzeitig stellten das Löschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 48/1) sowie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (Florian Lenggries 40/2) die Wasserversorgung über zwei Unterflurhydranten sicher.
Ergänzend wurde eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet, an der die eingesetzten Atemschutztrupps koordiniert sowie der Austausch der Atemschutzgeräte organisiert wurde.
Außerdem entstand eine Patientenablage, an der die geretteten Personen gesammelt und anschließend an den Rettungsdienst übergeben wurden.
Im weiteren Übungsverlauf konnten sämtliche zwölf vermissten Personen erfolgreich gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden.
Das angenommene Brandgeschehen wurde bekämpft und anschließend das Gebäude mit Überdruckbelüftern vom Rauch befreit.
Nach dem Übungsende fand eine gemeinsame Nachbesprechung statt, bei der die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet wurden.
Solche Übungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Feuerwehrausbildung. Sie ermöglichen es, Führungsstrukturen, Kommunikation und das taktische Vorgehen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Gerade Objekte wie das ehemalige Alpamare stellen aufgrund ihrer Größe, der komplexen Gebäudestruktur und der fortschreitenden Veränderungen durch jahrelangen Leerstand eine besondere Herausforderung dar, auf die sich Einsatzkräfte bestmöglich vorbereiten müssen.
Für viele der beteiligten Feuerwehrangehörigen hatte das Übungsobjekt dabei auch eine persönliche Bedeutung. Wo früher zahlreiche schöne Stunden als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene im Schwimmbad verbracht wurden, bot sich nun ein völlig anderes Bild.
Das einst beliebte Freizeitbad ist heute ein beeindruckendes, aber zugleich anspruchsvolles Übungsobjekt, das eindrucksvoll zeigt, wie sich Gebäude im Laufe der Jahre verändern können.
Unser herzlicher Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden, die viel Zeit in die Planung, Vorbereitung und Durchführung der Übung investiert haben.
Ebenso bedanken wir uns bei den acht Mimen, die mit ihrer realistischen Darstellung maßgeblich zum Übungserfolg beigetragen haben, bei unseren Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Lenggries für die gewohnt hervorragende Zusammenarbeit sowie beim Eigentümer für die Bereitstellung des Übungsobjekts.
Den gemeinsamen Abschluss fand der Übungstag anschließend am Gerätehaus der Feuerwehr Bad Tölz, wo bei einem Grillabend die Kameradschaft gepflegt und die Übung in geselliger Runde ausklingen gelassen wurde.
An der Übung beteiligt waren die Feuerwehren Bad Tölz und Lenggries mit insgesamt 54 Einsatzkräften und zehn Fahrzeugen.