1993 - Feuerteufel in unserer Stadt


Tölzer Feuerwehrkamerad bei den Löscharbeiten schwer verletzt

 

Vor 25 Jahren versetzte eine Serie von Brandstiftungen nicht nur die Tölzer Bürger, sondern auch uns in Angst und Schrecken. Innerhalb von 4 Wochen legten zwei Feuerteufel 6 Brände.
Begonnen hatte die Serie am 8. Juli um 00:28 Uhr mit dem Vollbrand einer Holzterrasse auf der Rückseite des Schretzenstaller Anwesens (ehemaligen Marktmühle) in der unteren Marktstraße. Betroffen war ein eigener Feuerwehrkamerad, der den Brand selbst bemerkte und mit seiner Familie das Haus noch rechtzeitig verlassen konnte. Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohn- und Geschäftshaus konnte verhindert werden. 

  Holzterrasse auf der Gebäuderückseite des Schretzenstaller Anwesens

Bereits drei Tage später, nämlich am 11.Juli um 03.38 Uhr wurden wir zum Brand des damaligen, alten Rathauses alarmiert. Dichter schwarzer Rauch drang aus den Fenstern des obersten Geschoß. Zwei Bewohner standen im zweiten Stock an den Fenstern und riefen um Hilfe. Nachdem die hölzerne Treppe vollständig brannte war ihnen der Weg ins Freie abgeschnitten. Über tragbare Leitern konnten wir sie rechtzeitig retten. 

     

Zeitgleich drangen 2 Atemschutzgeräteträger über die Drehleiter, die über die Rathausgasse angefahren war,

durch ein Fenster  in den dritten Stock vor um in der völlig verqualmten Wohnung nach den beiden gemeldeten und noch vermißten Bewohnern zu suchen. Auf den Knien tasteten sich die Kameraden vorsichtig von Zimmer zu Zimmer. Dabei stürzte unserer Kamerad Hansi F. plötzlich in das ausgebrannte Treppenhaus

    und fiel bis zu Erdgeschoß durch.  Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo sich herausstellte, dass er nur sehr knapp einer Querschnittlähmung entgangen ist.
Kurz darauf stand dann fest, dass die beiden Gesuchten im Urlaub waren. Mit Hilfe der erst kürzlich hoch gezogenen Brandschutzwände konnten wir auch das so gefürchtete Übergreifen auf die Nachbarhäuser verhindern. Der mit Schindeln verkleidete Glockenturm, wurde jedoch so stark beschädigt, dass er nach dem Brand mit einem Kran vom Dach gehoben werden musste.  

         
Am 21. Juli um 03:17 Uhr brannte es dann vor Ausgangstür aus dem Kino Capitol in Richtung „Am Stein“.
In der Nacht zum 22. Juli versuchten die Brandstifter das Vereinsheim  vom SC Rot-Weiß in Brand zu stecken. Das Feuer ist aber von selbst wieder ausgegangen. Am 23. Juli brannte es dann um 02:03 Uhr auf einem Balkon in der Stefan-Glonner-Straße.
Beim Versuch das Freibad Eichmühle anzuzünden sind die Feuerteufel der Polizei dann in Netz gegangen. Es handelte sich um zwei Jugendliche, die nach eigenen Angaben die Brände legten damit in Tölz einmal mehr los sei.

Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen gelangen auch zwei Kameraden unserer Wehr in das Visier der  Brandfahnder. Einer, weil er bereits kurz nach der Alarmierung mit dem Taxi, dass er vor seiner Wohnungstür aufgehalten hatte in das Gerätehaus kam und ein weiterer weil er der Polizei Hinweise auf nicht abgeschlossene Eingangstüren in Marktstraße gab. Gott sei Dank konnten die Kameraden aber wieder zu 100% entlastet werden.