Ausgedehnter Wohnhausbrand in Lenggries

Überörtlicher Großeinsatz mit zahlreichen Feuerwehren – Unterstützung bei Brandbekämpfung, Riegelstellung, Atemschutzlogistik und Materialversorgung.

Am 31. Oktober wurden wir um 09:01 Uhr mit dem Stichwort „B 4 / RD 4 – Brand im Gebäude, ausgedehnt“ zu einem Wohnhausbrand in die Gaißacher Straße nach Lenggries alarmiert.
Laut erster Meldung standen mehrere Zimmer im ersten Obergeschoss in Brand. Zudem wurde zunächst davon ausgegangen, dass sich noch Personen im Gebäude befanden.

Da sich zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche unserer Feuerwehrangehörigen im Gerätehaus aufhielten, um die an diesem Tag geplante zwölfstündige Übung unserer Jugendfeuerwehr vorzubereiten, konnten wir innerhalb kurzer Zeit mit einer großen Anzahl an Einsatzkräften ausrücken.

Bei unserem Eintreffen stand das betroffene Wohnhaus bereits in Vollbrand. Das Feuer hatte sich bis in den Dachstuhl ausgebreitet und verursachte eine massive Rauchentwicklung.
Die acht Bewohner hatten sich glücklicherweise bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehren selbstständig ins Freie retten können.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über die Warn-App NINA informiert und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Unsere Einsatzkräfte übernahmen im weiteren Verlauf verschiedene Aufgaben innerhalb des umfangreichen Lösch- und Unterstützungseinsatzes.

Auf der Nordseite des Gebäudes wurde durch unsere Drehleiter (Florian Tölz 30/1) und das Löschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 41/1) eine Riegelstellung eingerichtet, um eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern.
Gleichzeitig waren mehrere unserer Atemschutztrupps im Innenangriff eingesetzt und unterstützten die Brandbekämpfung innerhalb des Gebäudes.

Eine weitere wichtige Aufgabe war die Organisation der Atemschutzlogistik.
Unter Leitung unseres stellvertretenden Kommandanten (Florian Tölz 2/2) wurde gemeinsam mit dem Einsatzleitwagen (Florian Tölz 12/1) und dem Gerätewagen Logistik (Florian Tölz 56/1) eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet.

Aufgrund der Vielzahl eingesetzter Atemschutztrupps bestand ein entsprechend hoher Bedarf an Atemluftflaschen und Atemschutzgeräten.
Unser Gerätewagen Logistik führte hierfür zusätzliche Atemluftflaschen und Austauschgeräte mit. Außerdem waren Ersatzkleidung sowie Transportwagen für kontaminierte Einsatzkleidung verlastet, um den Wechsel und die geordnete Aufnahme verschmutzter Schutzausrüstung zu ermöglichen.

Das Tanklöschfahrzeug (Florian Tölz 23/1) unterstützte unter anderem die Belüftungsmaßnahmen mit dem darauf verlasteten wasserbetriebenen Hochleistungslüfter „Typhoon“.

Eine besondere Herausforderung bei der Brandbekämpfung stellte die Photovoltaikanlage auf einem neueren Gebäudeteil dar.
Vor der erforderlichen Öffnung des Daches musste die Anlage zunächst entsprechend gesichert beziehungsweise elektrisch getrennt werden.
Die Löscharbeiten erfolgten sowohl von außen über das Dach als auch durch Atemschutztrupps im Gebäude. Nach gut zwei Stunden konnte der Brand gelöscht werden.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde unser Mannschaftstransportwagen (Florian Tölz 14/1) zurück nach Bad Tölz geschickt, um zusätzliches Material zur Einsatzstelle zu bringen.
Dazu gehörten unter anderem Notdächer, Seile und Sandsäcke, die für die weiteren Sicherungsmaßnahmen am beschädigten Dach benötigt wurden.

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 40/1) befand sich währenddessen am Feuerwehrgerätehaus Lenggries in Bereitstellung.

Noch während der Löscharbeiten nahm der Kriminaldauerdienst die Ermittlungen am Brandort auf. Die weiteren Untersuchungen zur Brandursache erfolgen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II durch die Kriminalpolizei Weilheim. Zur Brandursache können daher von unserer Seite keine Angaben gemacht werden.

Nachdem unsere Einsatzkräfte durch den örtlichen Einsatzleiter aus dem Einsatz entlassen worden waren, konnten wir nach rund vier Stunden wieder nach Bad Tölz zurückkehren.

Für die Feuerwehr Lenggries und weitere beteiligte Kräfte dauerten die Arbeiten an der Einsatzstelle darüber hinaus an.

Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Tölz beteiligt.
Im Einsatz befanden sich der Einsatzleitwagen (Florian Tölz 12/1), der Mannschaftstransportwagen (Florian Tölz 14/1), die Drehleiter (Florian Tölz 30/1), das Löschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 41/1), das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (Florian Tölz 40/1), das Tanklöschfahrzeug (Florian Tölz 23/1) und der Gerätewagen Logistik (Florian Tölz 56/1).

Weitere beteiligte Organisationen waren die Feuerwehren Lenggries, Schlegldorf, Wegscheid, Gaißach und Arzbach, die Kreisbrandinspektion mit Florian Tölz-Land 2 und Florian Tölz-Land 2/3, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL), das Technische Hilfswerk (THW), die Polizei sowie der Rettungsdienst.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen für die gute und professionelle Zusammenarbeit bei diesem umfangreichen Einsatz.


Einsatzart Brand
Alarmierung über TETRA - Meldeempfänger
Einsatzstart 31. Oktober 2026 09:01
Mannschaftstärke 35
Einsatzdauer 4 Std.
Fahrzeuge ELW 1
MTW
TLF 24/50
DLK 23/12
LF 20/16
LF 20
LKW >7,5t
Alarmierte Einheiten FF Arzbach, FF Bad Tölz, FF Gaißach, FF Lenggries, FF Sachsenkam, FF Schlegldorf, FF Wegscheid, Kreisbrandinspektion, Polizei, Rettungsdienst, THW, UG-ÖEL
Alarmierungsart Notruf 112