Rettungsübung mit der Bergwacht

4. Juli 2019
Pferdefuhrwerk am Kalvarienberg abgestürzt

Angenommen wurde ein Unfall mit einem Pferdefuhrwerk bei der traditionellen Leonhardifahrt, bei dem die Rösser durchgegangen sind, einen Würstelstand überrannten und anschließend in das steile Gelände in Richtung Isar abstürzten. Dabei wurden die 3 Verkäuferinnen vom Stand verletzt und die Gasflasche der Kochstelle von der Leitung gerissen, so dass das Flüssiggas unkontrolliert ausströmte. Mit dem Fuhrwerk, das beim Absturz in 2 Teile gerissen wurde die sich an den Bäumen verkeilten, wurden 5 Personen mit in die Tiefe gerissen und unter den Wrackteilen eingeklemmt. Eines der Pferde ist ebenfalls in das steile Gelände gestürzt und auch an einem Baum hängen geblieben. Dabei kam der Pferdehalter unter seinem, mehrere hundert Kilo schwerem, Tier zum Liegen und konnte sich nicht mehr selbst befreien.

Für die angerückten Kräfte bot sich zunächst eine völlig unübersichtliche Lage. Laute Hilferufe vom Würstelstand und das Rauschen des ausströmenden Gases sowie die Hilfeschreie aus dem dicht bewachsenen Steilhang sorgten trotz Übung für einen gewissen Adrenalinschub.

Nach der Aufteilung in 4 Abschnitte waren für uns einmal keine Schläuche sondern Seile, Bandschlingen und Rettungsgurte von Nöten. Von den Kameraden der Bergwacht wurden wir in das steile Gelände abgeseilt, um den eingeklemmten Verletzten mit unseren Gerätschaften zu Hilfe zu kommen. Nach der Bergung des Pferdes und der Befreiung der Opfer, die einerseits mit der Rettungswanne und der Drehleiter nach oben gehoben wurden, war andererseits auch der Einsatz von Gebirgstragen und viel Manpower notwendig. Nach knapp 2 Stunden war mit der Übergabe des letzten Verletzten an den Rettungsdienst das Übungsziel erreicht.

Die Organisatoren bedanken sich bei allen, die sich als Opfer zur Verfügung gestellt haben, aber auch bei den zahlreichen Kameraden der Bergwacht und unserer Wehr für die Teilnahme an der Übung.